FÜHRUNG MACHT DEN UNTERSCHIED

WIE WÜRTH DIE FÜHRUNGSQUALITÄT IM UNTERNEHMEN STEIGERT

In der Ausgabe Juli 2015 berichtet das Onlinemagazin "TalentManagement" über das Würth Karriere Modell für Gruppenleiter (WKM), bei dem Rosenberger+Partner die Adolf Würth GmbH & Co. KG in Konzeption und Durchführung begleitet. Das WKM ist ein eindrucksvolles Beispiel für systematische, individuelle und erfolgreiche Führungskräfteentwicklung.

„Das Kapital eines Unternehmens sind nicht mehr nur die Finanzressourcen oder Maschinen und Anlagen – es sind heute mehr denn je die Menschen, die den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.“ Dies hat Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth bereits vor vielen Jahren erkannt, in seiner Firmenphilosophie verankert und den Menschen in den Mittelpunkt des unternehmerischen Interesses gerückt.

Karriere bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG (AW KG) bemisst sich nicht einfach im „Innehaben einer Rolle“ oder in der „Ernennung in eine Statusebene“. Karriere bei Würth ist in erster Linie daran zu erkennen, dass jemand immer wieder aufs Neue persönliche Kompetenzen in eigener Initiative vertieft und erweitert sowie aktiv mehr Verantwortung in unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen und Projekten übernimmt.

Bei der AW KG kann man im Innendienst zwei mögliche Karrierelaufbahnen einschlagen: zum einen die Fachkarriere zum Spezialisten und zum anderen die Führungskarriere zum Gruppenleiter. Gruppenleiter – so werden bei der AW KG die Führungskräfte der ersten Führungsebene genannt. Das WKM für Spezialisten entwickelte die PE bereits im Jahre 2010. Um ebenfalls eine Sicherung der Qualität der ersten Führungsebene in der AW KG zu erreichen, musste ein einheitliches Verständnis von Führung gewährleistet und den angehenden Gruppenleitern das nötige Handwerkzeug erlebnisorientiert vermittelt werden. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2012 die besagte Laufbahn für die erste Führungsebene, das WKM für Führungskräfte, etabliert. Zur Konzeption und Begleitung des Führungskräfteprogramms holte sich die Adolf Würth GmbH & Co. KG das Beratungsunternehmen Rosenberger+Partner ins Boot. Das oberste Ziel war von Anfang an, die gewachsene Würth-Führungskultur mit neuen Führungsimpulsen von außen zu verbinden.

Das WKM für Führungskräfte bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG geht Ende 2015 bereits in die vierte Runde. Dabei finden sich jeweils zwölf Nachwuchsführungskräfte in einem 15-monatigen Entwicklungsprogramm zusammen, um nach erfolgreichem Abschluss durch die Geschäftsleitung der AW KG zum Gruppenleiter ernannt zu werden. Das Programm gliedert sich in sechs Teilschritte, die jeweils sehr eng von der Personalentwicklung, dem Berater und vor allem den direkten Vorgesetzten der Nachwuchsführungskräfte begleitet werden. Personalentwicklung bei Würth war schon immer zu allererst Führungsaufgabe, gerade bei der Entwicklung von Führungskräften. Es ist also eine zentrale Aufgabe eines jeden Vorgesetzten, sich regelmäßig um die individuelle Weiterentwicklung seiner eigenen Führungskräfte aktiv zu kümmern.

So ist es auch kein Zufall, dass die Teilnahme am WKM zunächst den Vorschlag des direkten Vorgesetzten bedarf (Schritt 1). Der hierfür erforderliche Informationsfluss zum Verlauf und zu den Inhalten des WKMs an die Vorgesetzten wurde deshalb in den letzten Jahren durch die PE weiter erhöht. Nach einem gemeinsamen Standortgespräch zur Potenzialbestimmung mit dem Kandidaten, dem direkten Vorgesetzten und der Personalentwicklung (Schritt 2) erfolgt die Entscheidung über die Aufnahme des Kandidaten durch die Geschäftsleitung (Schritt 3), die von der PE zu jedem Kandidaten vorab eine Empfehlung und Potenzialeinschätzung erhält. Die direkte Beteiligung des Top-Managements bei Auswahl, Entwicklung und Ernennung von Führungskräften ist für die AW KG bereits seit langem gelebte Praxis. Durch die Einführung des WKMs konnte das Projektteam die Aufmerksamkeit der Geschäftsführung auf dieses wichtige Thema erhöhen, was als Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern gesehen wird.

In Schritt 4 findet die praktische WKM-Entwicklungsphase über 15 Monate statt. Diese gliedert sich in drei dreitägige Module:

  • Intra Preneur: „Sich selbst führen“;

  • Inter Preneur: „Andere führen“;

  • Entre Preneur: „Das Geschäft führen“.

 

Würth arbeitet sehr erlebnisorientiert und schneidet die Kandidaten bewusst von ihrer Fachkompetenz ab. Die angehenden Führungskräfte erkennen sofort, worauf es bei Führung ankommt. Die Module werden durch mehrere begleitende Maßnahmen ergänzt:

  • Unternehmensprojekt mit wechselnder Führungsverantwortung und regelmäßigen Präsentationen,

  • individuelle Feedbackgespräche mit Kandidaten und deren Vorgesetzten,

  • Peergroup-Aufgaben zur Vor- und Nachbereitung der Module,

  • Außendienst-Patenschaften,

  • persönliche Erfahrungsdokumentation im „Führungslogbuch“,

  • Begleitung von erfahrenen Führungskräften.

 

Mit den drei Modulen vermittelt das Projektteam den Teilnehmern situative, zielgerichtete, konsequente und erfolgreiche Führung, die gleichzeitig zur Würth-Führungskultur passt. Doch besonders die Begleitmaßnahmen und die persönlichen Feedbackgespräche erhöhen den Individualisierungsgrad, der die Stärken jedes einzelnen Teilnehmers passgenau fördert.

Wenn die Entwicklung der Kandidaten positiv verläuft und sie die Aufgaben in der Entwicklungsphase erfolgreich meistern, wird die Geschäftsleitung die Entscheidung zur Ernennung treffen (Schritt 5). Das Entscheidende ist hierbei: Die Ernennung zum Gruppenleiter ist entsprechend der Entwicklungsphase immer eine Einzelfallentscheidung der Geschäftsleitung auf Basis der Empfehlung der PE und des Vorgesetzten.

Mit der offiziellen Ernennung (Schritt 6) würdigt die Geschäftsleitung die bisherige erfolgreiche Tätigkeit. Sie ist ein Beweis des Vertrauens und gleichzeitig Ansporn und Verpflichtung in Bezug auf den erweiterten Verantwortungsbereich.

Da lebenslanges Lernen für Würth-Mitarbeiter unabdingbar ist, werden die Kandidaten auch nach dem WKM weiterhin begleitet – sowohl individuell, aber auch in der etablierten WKM-Gruppe. So lässt sich beobachten, dass die WKM-Teilnehmer durch die gemeinsame, intensive Zeit ein starkes Führungsnetzwerk im Mittelmanagement geschaffen haben. Man hilft sich bei einer Führungsherausforderung oder bei Bedarf an Unterstützung im Alltagsgeschäft. Die Bindungen werden enger und vertrauter, und dies ist in der heutigen Zeit, in der Networking in aller Munde ist, natürlich Gold wert.

Ein Teilnehmer des WKMs beschreibt hierzu den Mehrwert für ihn wie folgt: „Das Interessanteste für mich am WKM war definitiv die Dynamik, die sich während der Module in der Gruppe aufgebaut hat. Es hat mich persönlich weiter gebracht, mit den unterschiedlichen Charakteren zu arbeiten, denn genau das ist doch eine zentrale Herausforderung in der Führung von Menschen. Aus den Einzel- und Gruppenfeedbacks habe ich vieles für meine Entwicklung mitgenommen. Fasziniert haben mich auch die unterschiedlich gelagerten Motivationen jedes einzelnen. Diese gilt es wahrzunehmen, zu erkennen und vor allem anzuerkennen.“

Stand heute, war und ist die Etablierung des WKMs für Gruppenleiter eine Bereicherung für das gesamte Unternehmen der Adolf Würth GmbH & Co. KG. So wurden die vordergründigen Ziele wie zum Beispiel die Sicherstellung der Besetzung von Führungspositionen, die gezielte Erhöhung der Führungsqualität sowie die Bindung von Potenzialträgern zur Zufriedenheit der Personalentwicklung erreicht. Darüber hinaus lässt sich bei der AW KG auch ein neuer Führungsdialog über alle Führungspositionen hinweg beobachten. Wir befinden uns an einem Punkt im Unternehmen, wo wirksame Führung den Unterschied macht, ob wir erfolgreich oder weniger erfolgreich sind. Durch die Etablierung des WKMs haben wir es geschafft, Führung wieder zu einem der wichtigsten Themen im Unternehmen zu machen. Außerdem ist es gelungen, das generationsübergreifende Verständnis von Führung und eine Entwicklung unserer vorhandenen Führungskultur in Richtung vorausschauender Führung in Gang zu bringen. Dies ist letztlich auch ganz im Sinne von Prof. Dr. h. c. mult. 
Reinhold Würth, um mit den Menschen und Führungskräften im Unternehmen den zukünftigen Erfolg der AW KG zu gestalten.

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