Digital Readiness, Nugget Learning & Co: Wie lernen wir in Zukunft?

Vom 4. bis 5. Juli 2018 fand das 4. Corporate Learning Forum von Management Circle in München statt, bei dem rund 20 Experten aus Wissenschaft und Praxis und etwa 80 Teilnehmer der Frage nachgegangen sind, wie Personalentwicklung in einer digitalen und vernetzten Arbeitswelt aussehen wird. Wir von Rosenberger+Partner waren dabei und haben spannende Erkenntnisse für die eigene Arbeit und somit auch für unsere Klienten mitgebracht.

 

„Lernen findet jederzeit und an jedem Ort statt“ - dieses Leitprinzip, das heute schon für den Großteil unserer Lebensgestaltung gilt, wird in Zukunft auch der Leitgedanke jedes Unternehmens sein, das sich eine moderne Personal- und Unternehmensentwicklung auf die Fahne geschrieben hat. Die persönlichen, technischen und kulturellen Hürden scheinen hierfür allerdings für eine Vielzahl kleinerer, aber auch größerer Unternehmen noch recht hoch zu sein, doch das wird sich nach Meinung der meisten Teilnehmer vor Ort bereits in wenigen Jahren massiv geändert haben. 

 

Es ist vor allem ein Wert aus einer großen Lernstudie, der uns besonders hellhörig gemacht hat und der einmal mehr verdeutlicht, warum wir uns schon seit Längerem mit innovativen Formaten in der Transfersicherung beschäftigen und diese einsetzen: „75%“. So hoch ist der Anteil der Teilnehmer, die zu wenig der in einem Seminar erlernten Inhalte in der Praxis auch wirklich umsetzen. Das ist erschreckend, vor allem für diejenigen, deren Hauptaufgabe es ist, Entwicklungsmaßnahmen zu planen, durchzuführen und auszuwerten.  

 

Eine zentrale Aufgabe für Berater, Personalentwickler und auch für die Führungskräfte, die ja nach unserem Verständnis die obersten Personalentwickler einer Organisation sein sollten, wird es demnach sein, Lern- und Arbeitswelten stärker miteinander zu verschmelzen und das Lernen in den natürlichen Problem- bzw. Arbeitskontext zu integrieren. Das heißt in der Praxis, dass beispielsweise ein Flugzeughersteller bei der Behebung eines technischen Mangels seine Techniker auf der ganzen Welt per Live-Bild hinzuschaltet, sodass alle die Problembehebung miterleben und somit am realen Beispiel lernen können. Ein anderes wirklich beeindruckendes Beispiel ist eine Behörde, die derzeit ca. 800 interne Lernbegleiter ausbildet, die 30 bis 50 % ihrer Arbeitszeit dafür aufwenden, Kollegen bei deren Entwicklung und der praktischen Anwendung von neuem Wissen zu begleiten!

 

Natürlich stellt sich für uns auch die Frage: Was wird eigentlich unsere Rolle in Zukunft sein – wie können Lernen und Entwicklung von außen begleitet werden und was sind die Erwartungen an uns als externe Lernbegleiter? Darüber diskutierten wir beim Corporate Learning Forum mit anderen Teilnehmern in einem von sechs „Bar-Camps“, eine innovative Großgruppenmethode, bei der ungezwungen an unterschiedlichen Themen gearbeitet wird. 

 

Die Art, wie Lernen bisher organisiert und umgesetzt wurde, wird teilweise heute schon durch ein Lernen ersetzt, das keine örtlichen, zeitlichen und inhaltlichen Grenzen kennt, das nicht vom Arbeitskontext getrennt ist und das vor allem in gemeinsamen (Erfahrungs-)Runden und Lernnetzwerken stattfindet. Lernen wird digital, vernetzt, individualisiert und sozial. 

 

Externe Unterstützer sind für viele Unternehmen nicht mehr wegzudenken und eine bedarfsorientierte Beratung auf Augenhöhe steht heute schon in Konkurrenz zur Top-Down-Beratung. Der Trend geht hin zu Lern-Tandems aus internen und externen „Lernenden“ und zum Co-Learning. Dabei wird der Einsatz moderner Technologien (z.B. Virtual Realities, Immersives Lernen) mit passgenauen Lernformaten kombiniert (z.B. Nugget Learning, Working Out Loud, MOOCs).

 

 

 

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