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Weiterentwicklung des Personalmanagements der Stadtwerke Kiel AG

Von Dr. Bernhard Rosenberger, Partner und Projektleiter

  1. Was war die Ausgangslage der Stadtwerke Kiel zu Beginn des Projekts?
    Dieser Klient ist einer der langjährigsten von Rosenberger+Company. Seit 2004 sind wir für diesen mittelständischen Energieversorger in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt tätig. Die Stadtwerke Kiel gibt es seit 1856 – seit Öllampen durch eine moderne Gas-Straßenbeleuchtung abgelöst wurden. Das Unternehmen erbringt derzeit ca. 500 Mio. Euro Umsatz pro Jahr und beschäftigt fast 1.000 Mitarbeiter. Nachdem Rosenberger+Company zunächst viele Jahre (Veränderungs-)Projekte für den Leiter Unternehmenskommunikation übernommen und außerdem eine Reihe von Führungscoachings durchgeführt hatte, stellte sich 2011 im Zuge der Umsetzung der Firmenstrategie die folgende Frage: Wie kann der Personalbereich dazu beitragen, die strategischen Ziele der Stadtwerke Kiel AG umzusetzen? Ähnlich wie die anderen Fachbereiche sollte auch HR eine Teilstrategie entwickeln und verfolgen. Neben einer starken Ausbildung und einer von Seminaren geprägten Personalentwicklung war die Personalarbeit bis dato von einer hohen Mitarbeiterorientierung gekennzeichnet. Der Betriebsrat, dessen frühere Vorsitzende die jetzige Personalleiterin Barbara Neumann war, spielte eine sehr aktive Rolle.
     

  2. Welche Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt?
    Durch das Projekt sollte eine strategische Verankerung des Personalbereichs erreicht werden. Für Frau Neumann stand somit auch ein Rollenwechsel an – hin zu einer stärkeren Fokussierung auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Führungskräfte. Damit startete das Projekt zunächst, das dann in der Umsetzungsphase durch weitere Fragestellungen ergänzt wurde: Haben wir die richtige Organisation im Personalbereich? Setzen wir aufgrund der festgelegten unternehmerischen Ziele und auf Basis der massiven Veränderungen in der Energiebranche noch die richtigen Schwerpunkte in der Personalarbeit? Wo liegen unsere Stärken und Schwächen im täglichen Tun?
     

  3. Wie ist Rosenberger+Company vorgegangen und welche Leistungen wurden erbracht?
    Das Projekt begann, als der Kommunikationschef und die Personalchefin sich mit dem Projektleiter von Rosenberger+Company für einen Tag in einem Kieler Hotel trafen, um strategische Ziele zu formulieren und erste Überlegungen zu deren Realisierung zu erarbeiten. In diesem Kontext musste auch erst einmal das Vertrauen zwischen der Personalleiterin und dem Berater wachsen. Der „Kaltstart“ führte jedoch durch effizientes Arbeiten zum gewünschten Ergebnis, einer Personalstrategie. Wörtlich hieß es am Ende im Dokument: „Mit unserer Personalstrategie entwickeln wir die Stadtwerke Kiel AG zu einer attraktiven Arbeitgebermarke. Basis hierfür sind die in der Unternehmensstrategie beschriebenen Markenwerte Nähe, Verantwortlichkeit und Aufgeschlossenheit und insbesondere der Markenkern: unsere Serviceorientierung.“ Die abgeleiteten Ziele bezogen sich auf die konkreten Aspekte Personalmarketing, demografischer Wandel und lebensphasen-orientierte Personalarbeit, lebenslanges Lernen und Führungskompetenz für Motivation, Leistung und Gesundheit. Nachdem die Ziele wirken konnten und erste Projekte dazu stattfanden, wurde drei Jahre später (2014) der HR Quick Check, ein Kernprodukt von Rosenberger+Company, eingesetzt. Dazu haben wir Interviews mit Vertretern des Personalbereichs selbst, aber auch mit Schlüsselpersonen auf der Nutzerseite durchgeführt. Dazu gehörten die beiden Vorstandsmitglieder sowie ein Geschäftsführer der Netzgesellschaft, der Betriebsratsvorsitzende sowie weitere Führungskräfte. Die Ergebnisse aus diesen Gesprächen flossen in ein Gutachten ein, das die Grundlage für weitere Verbesserungen legte. Beim  HR Quick Check werden alle Kernaktivitäten des Personalmanagements analysiert und dokumentiert. Im Einzelnen geht es um: 

    - Personal- und Talentstrategie 
    - Personalorganisation 
    - Personalplanung 
    - Personalmarketing 
    - Rekrutierung 
    - Personalcontrolling 
    - Personalbetreuung 
    - Vergütung 
    - Personal- und Organisationsentwicklung 
    - Führungsqualität 

    Für die Stadtwerke Kiel wurden dem Personalbereich u.a. ein guter Teamgeist und eine gute Vernetzung ins Unternehmen attestiert. Andererseits wünschten sich der Vorstand und die Führungskräfte mehr Offenheit für neue Impulse. Zugleich wurden auch nötige Prozessverbesserungen festgestellt – v.a. bei Organisationsänderungen und Stellenbesetzungen. Entsprechende Umsetzungen hat das Unternehmen danach eingeleitet und selbst überprüft. In einem dritten Schritt (2016) haben wir einen zweitägigen Klärungsworkshop zwischen Vorstand, Personalbereich und Betriebsrat moderiert, in dem die jeweiligen Sichtweisen und „blinden Flecken“ abgeglichen wurden. Zuvor hatten sich Störungen in der Kommunikation gezeigt. Interessant dabei: Der Betriebsratsvorsitzende bat um die Mitwirkung von Rosenberger+Company, was der Vorstand und der Personalbereich rasch befürwortet haben. Unter anderem hat uns in diesem Workshop die Methode „Confrontation Meeting“ besonders geholfen. Diese basiert auf drei Fragen, die alle (Konflikt-)Parteien für sich beantworten mussten: 1. Wie sehen wir uns? 2. Wie sehen wir die anderen? 3. Wie – glauben wir – sehen uns die anderen?
     

  4. Was ist der Nutzen, der sich für die Stadtwerke Kiel aus diesem Projekt ergeben hat?
    Wir sind schrittweise vorgegangen. Es war nicht so, dass wir am Anfang einen Projektplan zur Verfügung hatten, der sich über mehrere Monate oder gar Jahre erstreckte. Und genau dieses bedarfsgerechte, situative und schrittweise Arbeiten, das dem Klienten viel Raum fürs eigene Ausprobieren gelassen hat, war hier ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Zunächst gab es nur die Personalstrategie, dann den HR Quick Check und dann kamen die Menschen an die Reihe, die miteinander klarkommen mussten. Die Rolle des Beraters war die eines Experten, eines Prozessbegleiters und eines Moderators. Im ersten Projektteil (Personalstrategie) ging es um Moderation und etwas Input. Im zweiten Projektteil (HR Quick Check) stand der Experte im Mittelpunkt, der nachfragte, analysierte und begutachtete. Und im dritten Projektteil (Klärungsworkshop Vorstand, Personalbereich und Betriebsrat) ging es vor allem um Moderation. Rosenberger+Company arbeitet nach wie vor regelmäßig für die Stadtwerke Kiel, auch und gerade in anderen Projekten. Doch alle zwei bis drei Monate fragen wir nach, wie es vorangeht. Manchmal braucht es dann noch eine kleine Coaching-Einheit oder eine andere Intervention durch einen Workshop. Aber im Wesentlichen heißt es seitens Frau Neumann, passend zum maritimen Umfeld Kiels: „Wir sind auf Kurs.“

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